Cosima Reif, Amici delle SVA im Interview
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„Die Klientel der SVA hat die Bringschuld“

Die SVA in Wien

Cosima Reif ist ein Gründungsmitglied der Selbstständigen-Gruppe Amici delle SVA, die sich seit mehreren Jahren gegen das komplizierte SVA-System zur Wehr setzt. Die freiberufliche Texterin erklärt im zweiten Teil des Interviews, was die Amici für Selbstständige tun und wie man sich aktiv beteiligen kann.

 

Wieviele Mitglieder haben die Amici derzeit?

Unsere Facebookseite mit mittlerweile 10.000 Mitglieder, und es werden immer mehr. Auf dieser Seite wollen wir Einzelkämpfern mitteilen, wie sie sich wehren können. Zum Beispiel, welche Handhabung sie für Rückstufungen haben. Ein paar unserer aktiven Mitglieder sind Buchhalter und Steuerberater, die auf der FB-Seite kostenlos Ratschläge geben. Die SVA-Mitarbeiter kennen sich ja oft selbst nicht mit ihrem komplizieren Regelwerk aus. Ich weiß auch nicht gut darüber Bescheid, aber ich kann zu meiner Verteidigung sagen: Das ist auch nicht mein Job. Die Klientel hat die Bringschuld, die Klientel muss sich informieren.

Cosima Reif von den Amici delle SVA

Cosima Reif von den Amici delle SVA ©Alexandra Gruber

 

Und wieviele aktive Mitglieder arbeiten für die Amici?

Wir sind im Moment um die 40 Leute. Wir treffen uns alle zwei Monate im Café Rathaus. Jeder ist willkommen, wir posten den Stammtisch auch immer auf der FB-Seite. Wir möchten aber nicht, dass Leute kommen, die sich nicht mit der Materie beschäftigt haben und dann die immer gleichen Fragen stellen. Zum Beispiel: „Ich habe im Jahr 2014 50.000 € verdient und 2015 gar nichts, was soll ich tun?“ Das sollte man schon selber nachlesen.

Sind in nächster Zeit auch Offline-Aktionen geplant?

Ich möchte gerne wieder mal eine Aktion starten. Aber wir wollen dem Herzog (Anmerk. SVA.Obmann Alexander Herzog) noch ein bisschen Schonfrist geben, der ist ja erst seit einem halben Jahr im Amt. Themen für Aktionen gebe es genug, zum Beispiel den Selbstbehalt beim Arzt. Wenn man älter wird, werden Krankheiten oft chronisch, das ist oft eine finanzielle Herausforderung.

 

 

Man liest auch immer wieder in den Medien von den Amici.

Ja, ab und zu werden wir zu Diskussionen oder Interviews eingeladen. Wir posten das jeweils auf Facebook: „Wer hat Lust, dorthin zu gehen?“ Wir wollen keinen Chef, deshalb haben wir auch keinen Verein gegründet. Die Termine nehmen immer unterschiedliche Leute wahr.

Welche neuen aktiven Mitglieder hätten Sie gerne?

Solche, die sich überlegen, wie man auf den Gesetzgeber Einfluss nehmen kann. Wir sind manchmal wirklich im Kreis gelaufen. Wenn wir Forderungen gestellt haben, sind wir zuerst zur SVA, die hat uns zum Gesundheitsminister geschickt, der wiederum verwies uns an die Wirtschaftskammer, und dort haben sie uns dann gesagt: „Geht zum Sozialminister“.

Zum ersten Teil des Interviews

Amici auf Facebook

 

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